Coaching

International Day of Happiness

Am 20. März war der Weltglückstag und ich frage mich, wie ich man sich dem Thema in den aktuellen Zeiten angemessen nähern kann.

Redaktion / 3/31/2022

Persönlichkeit

Gesundheit

Veränderung

Es geht ja nicht nur um ein überbordendes Glücksgefühl im Moment, sondern hauptsächlich darum, dass man Glück, Freude und Zufriedenheit in seinem Leben erfährt – auf Basis dessen, was wir selbst beeinflussen können. Ist das nicht gerade in den heutigen Zeiten, in denen wir uns häufig ausgeliefert fühlen, etwas was jeder mehr denn je braucht?

Also mache ich mich geistig auf die Suche, was mir aus der Wissenschaft bekannt ist, wenn es um das „subjektive Wohlbefinden“ geht, wie Glück von Psychologen genannt wird. 😊

Und ich stoße auf ein theoretisches Modell von Martin Seligman und greife zu.

Warum?

Weil Seligman selbst eine Biografie aufweist, die vom problem- und defizitorientierten Forschen kommend, eine Bewegung hin zum ressourcenorientierten, salutogenetischen Blickwinkel aufweist, also als einer der Begründer der industriellen Psychopathologie zum Begründer der positiven Psychologie. Und das tut uns (Deutschen) besonders gut, den Problemfokus können wir schon aus dem FF.

Weil sein Modell nur 5 Elemente enthält, die schön in einem Akronym zusammengefasst sind (PERMA) - was bei mir positive Emotionen auslöst, sich auf jeden Fall aber als Memotechnik bewährt.

Und weil seine Faktoren jeder Person zur Verfügung stehen, individuell genutzt und selektiv ausgebaut werden können - also kein Rezept, sondern ein überschaubares Büffet, bei dem man „nur“ zugreifen muss.

Somit beschreibt ein Zitat von Einstein das Modell sehr gut:

„Nichts ist praktischer als eine gute Theorie.“

Genug der Begründung – hier schon mal ein Life-Hack von Seligman:

„Authentisches Glück entsteht dadurch, dass Du die Messlatte für Dich selbst höher legst und dich nicht mit anderen misst.“

Ich möchte die Bedeutung der Modellfaktoren um einige Leitfragen ergänzen, die Dich dabei unterstützen können, Hebel zu mehr Glück und Wohlbefinden in Deinem Leben zu finden und zu aktivieren.

P Positive Emotionen
beschreibt die Anregung, eigene positive Emotionen zu stärken, statt die negativen zu kaschieren. Was löst bei Dir positive Emotionen aus? In der Vergangenheit? In der Gegenwart? Wie kannst Du mehr davon erleben bzw. die erinnerten, positiven Emotionen wieder aufleben lassen?

E Engagement
beschreibt den Pakt, den Du mit Dir, deiner Kraft und deinen Stärken schließt, um Harmonie zu erreichen und in einen Zustand der optimalen Aktivierung zu gelangen. Bei welchen Aktivitäten verlierst Du das Gefühl von Raum und Zeit? Wobei spürst Du, dass der Prozess wichtiger ist als das Ergebnis? Bei was tauchst Du ab und bist völlig fokussiert auf das was Du tust? Welche Aktivitäten lassen dich aufblühen?

R Relationships
Als soziale Wesen sind für uns Beziehungen unersetzliche Quellen für Wohlbefinden und Zufriedenheit. Dieser Faktor impliziert die Verbesserung Deiner sozialen Beziehungen zu Familie, Freunden, Kollegen, Bekannten und Mitarbeitern. Dazu kann es auch notwendig sein, Deine sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Welche Menschen sind Dir wichtig und wissen das auch? Was tust Du, um auch und gerade in diesen Zeiten Kontakt zu halten und Beziehungen zu pflegen? Inwieweit hast Du die aktuellen Zeiten auch genutzt, um Kontaktformen und -wege anzupassen? Wer tut Dir gut, ist aber außerhalb deines Netzwerkes der Kontakte gerutscht? Wer tut Dir nicht gut, ist in deinem Umfeld ein Energieräuber?

M Meaning
In diesem Punkt geht es darum, die Art von Lebenssinn zu finden, die über deine individuellen Ziele hinausgeht. Es geht darum, was Du für die Welt tun kannst! Warum bin ich hier?
Was kann ich mit meinen Stärken für Andere tun, für die Welt einbringen? Welcher Sinn außerhalb des eigenen Lebenskontextes spricht mich an, war schon immer attraktiv für mich? Gerade in diesen Zeiten: Was kann ich Sinnstiftendes beitragen, wenn vieles keinen Sinn für mich ergibt?

A Achievement/Accomplishment
bedeutet Erfolg und das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Hier geht es darum, sich realistische, sinnvolle Ziele zu setzen, die Dein Kompetenzgefühl steigern, indem Du Selbstwirksamkeit erlebst. In der Regel führt ein erhöhtes Kompetenzerleben zu mehr Selbstbewusstheit und Wohlbefinden - damit zu größerer Autonomie, also Unabhängigkeit von äußeren Faktoren. Welche Ziele habe ich mir gesetzt? Wie geht es mir, wenn ich diese Ziele erreiche? Wann fühle ich mich kompetent und was kann ich tun, um meine Kompetenzbereiche zu erweitern? Welche Sache möchte ich zum ersten Mal tun? Und wie geht es mir, wenn ich es getan habe?

Du kannst Dich mit jenen Faktoren näher beschäftigen, bei denen dein inneres Radar „ausgeschlagen“ und dort Relevanz entdeckt hat. Dann fokussiere Dich darauf und beginne vielleicht nach Antworten zu den Fragen zu suchen. Oder noch besser: Fang an, eigene Fragen zu stellen!

Und schon bist Du auf dem Weg dein Leben bewusster, positiver und glücklicher zu gestalten!

Ich bin dankbar, den Blog nun geschrieben zu haben (positive Emotion), stolz darauf dran geblieben zu sein (Accomplishment) und habe einen möglichen Zugang zu mehr Glück gelegt (Meaning). Und schon hat eine, zu Beginn irritierende, Aufgabe mein Wohlbefinden gesteigert. 😊

Ute Waidelich

Geschäftsführung der develoop GmbH

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