Coaching

Virtuell coachen - ist das eine gute Idee?

Ich konnte mir zu Beginn der Pandemie so gar nicht vorstellen, dass es für mich irgendwann „normal“ sein wird, meine Berufstätigkeit als Berater, Trainer und Coach überwiegend virtuell auszuüben.

Redaktion / 11/2/2022

Persönlichkeit

Digitalisierung

Veränderung

Besonders bei Themen, die aus meiner Sicht auf gar keinen Fall virtuell stattfinden sollten, insbesondere wenn es um mensch- und persönlichkeitsnahe Themen geht, wie z. B. ein Coaching. Bei bereits anlaufenden Coachings konnte ich mir das sehr gut vorstellen, da schon eine vertrauensvolle Coach/Coachee Beziehung entstanden war.

Nach nunmehr 2 ½ Jahren Pandemie habe ich Coachees, die ich „nur“ online kennengelernt habe und mit denen ich bis heute nur virtuell arbeite - auch da ist eine vertrauensvolle Beziehung entstanden. Die Anfragen für Coachings haben sich zwischen erster und zweiter Welle signifikant erhöht.

Natürlich gab es Themen, die augenscheinlich mit der Pandemie korrelierten.

Wie z.B.: Meine Mitarbeiterin performt nicht genügend, antwortet nicht auf Mails, ist kaum erreichbar. Habe ich nachgefragt, wie es mit demder Mitarbeiter*in war, wenn vor Ort gearbeitet wird, wurde meistens schnell klar, dass eine mangelnde Performance wenig mit präsenten oder virtuellen Arbeiten zu tun hat.

Und genauso war es auch umgekehrt:

Wenn die Führungskräfte eine vertrauensvolle Basis zu den einzelnen Mitarbeiterinnen hatten, gab es eher die Befürchtung, dass diese sich selbst ausbeuten. Ein häufiges Thema war bei den Führungskräften auch: Wie oft soll/kann ich mich denn bei meinen Mitarbeiterinnen melden, um weder zu wenig Interesse zu zeigen, noch zum „Kontrolletti“ zu werden?

Ich konnte das gut verstehen, weil durch das virtuelle Arbeiten die spontanen sozialen Kontakte ganz ausblieben.

Je länger jedoch der Zustand anhielt, umso mehr kamen Themen auf, die nicht im Zusammenhang mit der Pandemie standen. Wieso also wurde mehr Coaching in Anspruch genommen? Meine Vermutung ist, dass der Bedarf nach Coaching wahrscheinlich schon vor der Pandemie vorhanden war. Und natürlich darf die Frage gestellt werden, wieso sich die Anfragen erst mit der Pandemie erhöht haben. Aus meiner Sicht gibt es dafür mehrere gute Gründe:

  • Die Hemmschwelle für die Inanspruchnahme eines Coachings sinkt mit der angenehmen Distanz eines virtuellen Coachings.
  • Die VUCA-Welt ist mittlerweile überall, womit die Notwenigkeit, Veränderungen einzuleiten bei sich selbst, im eigenen Team, häufig in der gesamten Organisation, deutlich gestiegen ist – und zwar “schnell”.
  • Damit können die Themen deutlich kontext- und personenspezifischer bearbeitet werden - situationsadäquate und praxistaugliche Lösungen werden wahrscheinlicher.
  • Virtuelles Coaching ist an keinen bestimmten Ort, nicht an „übliche“ Geschäftszeiten, noch an Fahrtzeiten gebunden, was mehr Flexibilität beim Coachee und Coach bedeutet.

Sicher fällt Ihnen noch der eine oder andere Grund ein, aber alle sind gleichermaßen wichtig und legitim.

Und um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, virtuelles Coaching ist eine gute Idee😉

Bettina Hoffmann

Systemische Beraterin und Coach

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